Die Reise auf der Kanonenkugel

© Jens Große-Brauckmann

Die Rattenversammlung war in vollem Gange. Der  Rattenratsvorsitzende
verkündete, wir erkunden in wenigen Tagen den Mond. Unser  Astronaut Hubert wird zum Mond reisen. Die Kanone steht bereit.
Mit Entdeckerfreude treffen alle Ratten gemeinsam die  Vorbereitungen.
Hubert steht voll stolz am Morgen des nächsten Tages in seiner  
Astronautenkluft an der Kanonenstartrampe. Am der Kanonenkugel ist ein Sessel  mit Gurt angebracht.
Hubert besteigt das Geschoß, der Countdown läuft,
10, 9, 8, 7,  6, 5, 4, 3,
2, 1,
ein gewaltiger Knall.
Die Kugel fliegt und fliegt und fliegt  und immer,
immer höher. Hubert wird fest in den Sessel gepresst. Die Erde wird  kleiner, die Kontinente und Meere sieht er im Rückspiegel. Über Funk ist er mit  der Bodenstation verbunden. Rufe Bodenstation: Wetterlage zufriedenstellend,  minus 20 Grad. Erreiche Mond in 22 Stunden. Bodenstation: ok, setzen sie unsere  Fahne, wenn sie ankommen. Die Kanone auf dem Mond steht für die Rückreise  bereit.
Diese Reise findet zu einer Zeit statt in der die Menschheit  schon
ausgestorben ist und nur noch Ratten die Erde beherrschen. Das Kriegsgerät  der Menschen liegt überall herum, auch auf dem Mond. Die Ratten suchen auf dem  Mond nach neuen günstigen Lebensbedingungen, die Erde ist fast kahl gefressen.
Mit einem dumpfen Aufschlag landet Hubert auf dem Mond. Das Funkgerät ist ein wenig staubig, sonst alles klar, sagt er sich und meldet's an  die Bodenstation.
Ein altes Mondauto steht in der Nähe. Er repariert ein paar  Kleinigkeiten
und spielt an den Knöpfen, das Mondauto fährt los. Der Navigator funktioniert noch. Innerhalb von zwei Monaten erkundet er alles Interessante.  Die Ratten auf der Erde sind begeistert über seine genaue Berichterstattung. Es  gibt auf dem Mond genug zu fressen für alle.
Nach drei Monaten Aufenthalt fliegt Hubert zufrieden zur Erde  zurück.


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